Forum didacta

Das Forum didacta aktuell “steht”. Die Schulleiterin einer Krefelder Gesamtschule, ein katholischer Pfarrer aus Köln und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland – da ist ein spannendes Forum garantiert!

Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland

Gabriele Vogt, Schulleiterin der Montessori-Gesamtschule Krefeld

Franz Meurer, Pfarrer in Köln

Dass er einmal höchster Repräsentant der zweitgrößten EKD-Gliedkirche werden würde, war dem am 11. Februar 1958 in Polen geborenen Wahl-Wuppertaler nicht in die Wiege gelegt: „Wahrscheinlicher war damals, dass ich Landwirt in den Weiten Masurens werde“, sagt Rekowski. Aber als der Junge fünf Jahre alt war, verließ seine Familie ihren Bauernhof und siedelte in die Bundesrepublik über. Erste Stationen dort waren Gladbeck und Honrath im Rhein-Sieg-Kreis.

„Ich habe erlebt, dass das Leben, das einem so vertraut erscheint, immer auch ganz anders sein kann – und das von jetzt auf gleich“, resümiert der heutige Präses. „Während wir auf dem kleinen Bauernhof in Polen gelebt haben, gehörten wir als Deutschstämmige zu einer Minderheit. Dann zogen wir nach Deutschland, wohnten mit sechs Personen in einer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung, und ich erlebte auf der Straße und dem Schulhof, dass ich ob meines Dialekts doch wieder der Pole war. Diese Erfahrung hat sich mir sehr eingeprägt und mir jede strukturkonservative Grundhaltung ausgetrieben.“

Gabriele Vogt wurde 1961 geboren, ist verheiratet mit Diakon Joachim Vogt und Mutter von zwei erwachsenen Kinder. Nach dem Studium von Katholischer Theologie und Latein auf Lehramt in Bochum arbeitete sie als Lehrerin an einer Gesamtschule in Mülheim, bevor sie 2010 die Abteilungsleitung der gymnasialen Oberstufe an der Gesamtschule Osterfeld in Oberhausen übernahm. Seitdem ist sie dort maßgeblich mit Schulentwicklungsvorhaben im Bereich der Sekundarstufe II sowie der individuellen Förderung betraut. Darüber hinaus engagierte sie sich u. a. als Sprecherin des Rates der Religionslehrerinnen und Religionslehrer im Bistum Essen und als Moderatorin für das Fach Katholische Religionslehre an Gesamtschulen.

Franz Meurer studierte Sozialwissenschaften und katholische Theologie; 1978 wurde er zum Priester geweiht. Von 1978 bis 1982 war er Kaplan in der Kölner Pfarrei St. Agnes, dann in St. Kosmas und Damian in Pulheim und zuletzt Kreis-Jugendseelsorger im Rhein-Sieg-Kreis.

Seit 1992 ist er Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Theodor und St. Elisabeth in den Stadtteilen Vingst und Höhenberg, die als “Problemviertel” gelten: Dort leben rund 23.000 Menschen, von denen knapp 4000 Sozialhilfe erhalten; jeder Dritte ist Ausländer.

Meurer initiierte zahlreiche Aktivitäten, von einer Kleiderkammer und einer Essensausgabe über Ferienfreizeiten für 500 Kinder – “HöVi-Land” genannt und in gemeinsamer Trägerschaft der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Höhenberg und Vingst – bis hin zu Programmen für Arbeitslose. Die Grundlage seiner Tätigkeit als Seelsorger ist für ihn die Verbindung von Liturgie und Diakonie.